Bibel

Das Buch der Bücher

Das Wort «Bibel» leitet sich vom altgriechischen Ausdruck biblos (= Buch) ab. Die Bibel ist eine Sammlung von Büchern, die nach ihrer Herkunft in zwei Teile gegliedert sind: das Alte Testament (jüdisch Tanach) und das Neue Testament.

Die alttestamentlichen Bücher wurden zwischen dem achten und dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert, die neutestamentlichen Schriften zwischen der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts und dem Anfang des zweiten Jahrhunderts nach Christus in ihrer heutigen Gestalt schriftlich verfasst. Aus chronologischer Sicht wird auch zwischen dem «Ersten» und dem «Zweiten Testament» unterschieden. Das Alte Testament wurde in Althebräisch/Aramäisch, das Neue Testament im damaligen Umgangsgriechisch (koine) verfasst.

Der Kanon ist die Zusammenstellung der biblischen Bücher, der über mehrere Jahrhunderte hinweg und unter verschiedenen Kriterien entstanden ist. Für Christinnen und Christen bilden die Schriften des Alten und Neuen Testaments den biblischen Kanon (griechisch kanon = Richtschnur, Regel). Die biblischen Bücher werden also als verbindliche Richtschnur des christlichen Glaubens und Lebens ausgelegt.

Für die christlichen Kirchen ist die Bibel die Heilige Schrift, in der sich Gott in menschlichen Worten selbst offenbart. Als Selbstmitteilung Gottes unterscheidet sich die Bibel grundsätzlich von jedem anderen Text – vom Telefonbuch oder Roman, über kirchliche Ordnungen und theologische Texte bis hin zu Bekenntnissen, Bekenntnisschriften und lehramtlichen Äusserungen. Weil Gott selbst durch sein Wort zu den Menschen spricht, waren, sind und bleiben die biblischen Texte keine historischen Dokumente oder antike Zeitzeugnisse – ungeachtet ihres Entstehungsalters. Sie sind vielmehr lebendiges, wirkendes Wort (verbum efficax). Die Bibel bleibt zu jeder Zeit aktueller Gesprächs-, Erlebnis- und Wirklichkeitsraum, der bewohnt und zum bestimmenden Lebensraum werden will. Nur dort, wo dies geschieht, ist Gottes Wort lebendig.