Bedrohte Christen

Leidet nun ein Glied, so leiden alle Glieder mit, 1. Kor 12,26

Christen sind in vielen Teilen der Welt von Diskriminierung, Ausgrenzung und Unterdrückung bedroht. Die weltweite Öffentlichkeit nimmt dies immer mehr wahr. Symptomatisch zeigt die dramatische Lage der Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten im Nahen Osten, wie das Bekenntnis zu einer christlichen Konfession zum Anlass von Bedrohung und Gewalt wird.

Die EKS solidarisiert sich mit diesen bedrohten Christen, ruft ihre Mitglieder zur Unterstützung und zu Hilfeleistungen auf. Die EKS selbst macht ihre Stimme vor allem in internationalen Beziehungen und auf politischer Ebene geltend. Das Pauluswort «Leidet nun ein Glied, so leiden alle Glieder mit» (1. Kor 12,26) ist dabei das Leitbild für die Hilfe. Das Impulspapier der EKS zur «Solidarität mit diskriminierten und bedrohten Christen» zeigt die vielfältigen Bemühungen für die Menschenrechtsarbeit, den interreligiösen Dialog und die internationale und interkulturelle Verständigung. Wegweisend ist dabei Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UNO zur Gewissens- und Religionsfreiheit, der die Überzeugungen und die Religionszugehörigkeit aller Menschen schützt.

Formen von Gewalt gegen Religionsangehörige, Gruppen oder Einrichtungen von Religionen sind ebenso komplex wie die Rhetorik ihrer Motivation. Sie müssen präzise analysiert werden. Zum einen müssen Situationen der Bedrohung für christliche Kirchen und ihre Mitglieder im Kontext der ethnischen, historischen, politischen und sozioökonomischen Voraussetzungen und Umstände gesehen werden. Zum anderen dürfen pauschale Urteile den Blick auf die spezifische Situation nicht verstellen. Schliesslich sind die konkreten Vorfälle in ihre rechtlichen und kulturellen Zusammenhänge einzuordnen.

2009 veröffentlichte die EKS daher den Impuls 7 «Solidarisieren und handeln: diskriminierte und bedrohte Christen in der Welt».

Seit 2012 hat die EKS ihre Beziehungen zu und ihre Solidarität mit den (evangelischen) Christen im Nahen Osten intensiviert, sei es durch Besuche in Ägypten und im Libanon, Teilnahme an und Unterstützung von wichtigen Konferenzen, Solidaritätsaktionen, Informationsaustausch oder das Einladen von Akteuren und Experten aus dem Nahen Osten in die Schweiz.

Ausserdem gründete die EKS 2015 eine Austauschplattform zum Thema «Bedrohte Christen» mit der Arbeitsgruppe «Religionsfreiheit» der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA/RES. Eine gemeinsame Arbeitsgrundlage wurde von allen Teilnehmern gutgeheissen. Open Doors, Christian Solidarity International CSI, HEKS, mission 21, DM-échange et mission, die reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn und Zürich nehmen u. a. an diesen Treffen teil.

In Einzelfällen interveniert die EKS auch direkt bei den Bundesbehörden sowie bei den zuständigen Stellen der betroffenen Länder. Sie beteiligt sich an multilateralen Massnahmen des Ökumenischen Rates der Kirchen ÖRK und der Konferenz Europäischer Kirchen KEK und unterstützt diese bei Schweizer Behörden.

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Kontakt

Serge Fornerod, Stellvertretender Geschäftsleiter und Leiter Aussenbeziehungen