Gleichgeschlechtliche Paare

Verbindlich in Gemeinschaft leben

Im Zentrum der kirchlich-theologischen Stellungnahmen zur gleichgeschlechtlichen Partner-schaft steht die Ablehnung jeder Form von Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und gleichgeschlechtlicher Lebensformen. Dazu tritt die Kirche für die Qualität und Stabilität von Lebensgemeinschaften zwischen zwei Menschen ein. Die Ansichten über Homosexualität – insbesondere über die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare – in der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz gehen auseinander. Der innerkirchliche Dialog fordert alle Beteiligten heraus. Im Geist Jesu Christi und mit festem Blick auf Gottes Wort muss die Diskussion deshalb sorgfältig und besonnen geführt werden.

Die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz hat sich seit den Anfängen der gesellschaftlichen Debatten um gleichgeschlechtliche Liebe und Partnerschaft mit dem Thema befasst. Die theologische Kommission des damaligen Kirchenbunds hat diese Diskussionen in einer grundlegenden Studie zusammengefasst (Unterwegs zu neuen Horizonten. Gleichgeschlechtlichkeit. Überlegungen und Gesprächsanstösse zu Stellungnahmen der Evangelischen Kirchen der Schweiz, Bern 2001). Vor der Volksabstimmung über das sogenannte Partnerschaftsgesetz hat der Rat SEK seine Stellungnahme publiziert (Gleichgeschlechtliche Paare. Ethische Orientierung zum ‹Bundesgesetz über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare›, Bern 2005).

Für die politischen und gesellschaftlichen Debatten über die Einführung der «Ehe für alle» wurden die bestehenden Äusserungen vom Rat überarbeitet und konkretisiert (Abgeordnetenversammlung vom 16.–18. Juni 2019, Traktandum 11: Familie – Ehe – Partnerschaft – Sexualität aus evangelisch-reformierter Sicht, Motion der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen vom 19.–21. Juni 2016: Bericht und Antwort des Rates; Abgeordnetenversammlung vom 4.–5. November 2019, Traktandum 10: «Ehe für alle»). Ausserdem hat das Institut für Theologie und Ethik im Auftrag des Rates ein Dokument zum biblisch-theologischen Ehe- und Partnerschaftsverständnis erarbeitet («Eine kleine Kirche in der Kirche. Thesenpapier zu Ehe und Partnerschaft», Bern 2020). Zeitlich parallel zur Diskussion um die Ehe für alle wird über die parlamentarische Initiative zur Ausweitung der Rassismusstrafnorm auf die sexuelle Orientierung debattiert.

Aktuelle Meldungen

Ehe für Alle

Ja zur «Ehe für alle»

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Partnerschaftsgesetz

Am 5. Juni 2005 kam das «Bundesgesetz über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare» zur Abstimmung, das eine Verbesserung der rechtlichen Situation homosexueller Lebensgemeinschaften zum Ziel hat. Der Rat des damaligen Kirchenbundes hat das Gesetzgebungsverfahren von Anfang an intensiv begleitet und in drei Stellungnahmen (1996, 2000 und 2002) dem Partnerschaftsgesetz ausdrücklich zugestimmt. In einer vierten ethischen Orientierungshilfe «Gleichgeschlechtliche Paare. Stellungnahme zum ‹Bundesgesetz über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare›» hat der Rat des Kirchenbundes seine positive Haltung vor dem Hintergrund der aktuellen Einwände des Referendums noch einmal ausführlich theologisch-ethisch begründet.

Stellungnahme zum «Bundesgesetz über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare»

Kontakt

Luca Baschera, Beauftragter für Theologie