Islam

Im Dialog für ein besseres Zusammenleben

Mit dem «Islam»-Projekt hat sich der Rat der EKS Anfang 2006 ein Thema gesetzt, das in der EKS schon lange eine Rolle spielt: z.B. im Institut für Theologie und Ethik, in den Kirchenbeziehungen oder der Ökumene. Der Rat hat dabei sieben Ansätze und Ziele zum Thema Islam in der Schweiz definiert.

Bei der Festlegung seiner Prioritäten für das «Islam»-Projekt stützte sich der Rat auf diese Kriterien:

  • den Nutzen der theologischen und pastoralen Forschungsarbeit für die Mitgliedkirchen,
  • das fachliche Wissen, auf das die Geschäftsstelle der EKS in den Bereichen Menschenrechte, Ethik sowie nationale oder internationale Beziehungen zurückgreifen kann,
  • die Kompetenz, Fragen der Sozial- und Kulturpolitik mit den Bundesbehörden anzugehen, und zwar wenn immer möglich im ökumenischen Rahmen.

Sieben Ansätze und Ziele

  • Theologisches Ziel

    Für die EKS ist der dreieine Gott mit seinem Befreiungsangebot in Jesus Christus das Fundament christlichen Glaubens und Handelns. Dafür sollen Christinnen und Christen Zeugen sein. Gott wirkt in Christen wie auch in Angehörigen anderer Religionsgemeinschaften und Weltanschauungen. Dazu erarbeitete die EKS aus systematisch-dogmatischer Sicht ein «Positionspapier zur Wahrheitsfrage».

  • Pastoral-praktisches Ziel

    Für die EKS macht der christliche Glaube Mut zum Dialog, zum respektvollen Zusammenleben mit Menschen anderer Glaubensüberzeugungen. Begegnungen und Wissen fördern dies. Die EKS erarbeitet dafür pastoral-praktische Leitlinien zum Zusammenleben mit Muslimen für die Gemeindearbeit.

  • Zwischenkirchliches Ziel

    Die EKS koordiniert unter den Mitgliedkirchen und mit den Werken/Missionsorganisationen zur Frage des Islam aktiv. Sie vertritt diese auch in der internationalen Netzwerkarbeit zum Islam, besonders in Europa. Jährlich lädt die EKS die kantonalen Verantwortlichen für die Beziehungen zum Islam, um sich auszutauschen und gemeinsame Aktivitäten abzustimmen.

  • Menschenrechtliches Ziel

    Die EKS tritt für die Rechte religiöser Minderheiten ein, weil das zu einem respektvollen Zusammenleben der Religionen beiträgt. Die EKS setzt sich in versöhnender Weise für Christen in islamischen Ländern und Muslime in der Schweiz ein. Beispiele sind die Kopftuchdebatte, die Mischehe und Erziehung, Seelsorge in Spitälern, Empfangsstellen für Asylsuchende und Gefängnissen. Häufig wird die EKS auf die Lage von christlichen Minderheiten oder von Einzelpersonen in bestimmten islamischen Ländern hingewiesen. In gleicher Weise fordern einige islamische Gemeinschaften die Respektierung ihrer Rechte in der Schweiz ein.

  • Religionspolitisches Ziel

    Die EKS will eine sorgfältige, schrittweise Klärung des Verhältnisses zwischen dem Staat (Bund und Kantone) und nichtchristlichen Religionsgemeinschaften erreichen. Dies betrifft den öffentlichen Religionsunterricht oder die Ausbildung von Imamen. Der Schweizerische Rat der Religionen ist dafür ein Ort des Dialogs.

  • Ethisches Ziel

    Für die EKS gehören Glauben und Handeln untrennbar zusammen. Der Gott der Liebe lädt ein zu gemeinsamem Handeln für Menschenwürde, Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Die EKS arbeitet mit Vertretern des Islam in der Schweiz zusammen und gibt gemeinsam Stellungnahmen heraus (z. B. in Wirtschaftsethik, Katastrophenhilfe oder der Frage «Wer ist mein Nächster?»).

  • Gesellschaftspolitisches Ziel

    Für die EKS ist die Respektierung der schweizerischen Gesetze, demokratischen Strukturen und gewachsenen Kultur durch Migrationsreligionen wie den Islam unabdingbar für respektvolles Zusammenleben. Die EKS bringt dieses Anliegen gegenüber Muslimen und der schweizerischen Öffentlichkeit ein.

Kontakt

Serge Fornerod, Stellvertretender Geschäftsleiter und Leiter Aussenbeziehungen