Grundprinzipien reformierter Theologie

Zentrale Glaubensinhalte der Reformierten

Sola scriptura, solus Christus, sola gratia, sola fide, soli Deo gloria – allein die Schrift, allein Christus, allein die Gnade, allein der Glaube, Gott allein gehört die Ehre – dies sind die grossen Grundprinzipien des reformierten Glaubens. Ihre Umsetzung, Verkündigung und Transponierung auf kirchlicher Ebene bilden das zentrale Thema der reformierten Theologie.

Von den fünf Prinzipien sind zwei schwieriger zu verstehen: allein die Gnade und allein der Glaube. Allein die Gnade ist die Gewissheit, dass unser Leben einen Sinn hat. Trotz existenzieller Verwirrungen aller Art stellt Gott sicher, dass jedes Leben einzigartig, kostbar und gewollt ist. Aus Gnade wurden wir geschaffen, und Gott begleitet und bewacht unsere Wege in jedem Augenblick unseres Lebens.

Allein der Glaube befreit uns davon, vor Gott perfekt sein zu wollen. Das Leben ist keine Prüfung, bei der Fehler verboten sind. Das Leben lehrt uns das Gottvertrauen. Es lehrt uns, dass Gott uns liebt, so wie wir sind. Es lehrt uns, dem Schöpfer und seiner ganzen Schöpfung zu vertrauen.

Mit ihren Grundprinzipien ist die Theologie der reformierten Kirche permanent dazu angehalten, sich anzupassen und sich mit der Welt zu entwickeln: ecclesia reformata, semper reformanda, eine sich stets erneuernde reformierte Kirche.

Die christliche Theologie hat das Ziel, den Sinn des Erscheinens Christi auf Erden zu vertiefen, zu erforschen und ins christliche Leben zu übertragen. Die reformierte Theologie verfolgt dasselbe Ziel und richtet dabei ihre besondere Aufmerksamkeit auf ihre Grundprinzipien, die ihr als Leitlinien dienen. Im Jahr 2017 feierte die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz 500 Jahre Reformation. Dazu sind viele Publikationen zu den Grundprinzipien reformierter Theologie entstanden.

Theologische Kernaussagen zu 500 Jahre Reformation

500 Jahre Reformation – worum es geht, was wir feiern